Der Aufbau der menschlichen Haut

15
Dez

Der Aufbau der menschlichen Haut

Die menschliche Haut besteht aus drei Schichten: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis). Hautanhangsgebilde wie Haare, Nägel, Schweiß- und Talgdrüsen sind darin eingebettet. Die Epidermis ist sehr dünn und bildet die Grenzfläche unseres Körpers zur Umwelt. Sie ist ein mehrschichtiges, verhorntes Plattenepithel und besteht aus verschiedenen Lagen hornbildender Zellen, den Keratinozyten, über die die Nährstoffe aufgenommen und Schlackestoffe abgegeben werden. Ihre Aufgabe besteht darin, unseren „Panzer“, die Hornschicht, zu bilden. Pigmentbildende Melanozyten liegen in ihrer untersten Zellschicht, darüber sind Fresszellen (Langerhansche Zellen) verstreut, die z.B. bei allergischen Kontaktekzemen eine wichtige Rolle spielen, da sie die Antigene aufspüren. Man bezeichnet diese Zellen auch als „periphere Wachposten“ des Immunsystems. Die Epidermis wird nicht von Blutgefäßen durchzogen. Da ein permanenter Verlust der obersten Zellen durch Kontakt mit der Außenwelt besteht, erneuert sich die Epidermis ständig durch Zellteilung in der Keimschicht. Dieser Vorgang dauert im Durchschnitt 28 Tage und entspricht somit auch der Zeit für eine Erneuerung der Epidermis. Ein eigenes Universum bilden die Mikroorganismen, die sogenannte Hautflora auf der gesamten Hautoberfläche. Die Haut ist ein potentieller Träger pathogener Keime, die sich von hier ausbreiten können. Der Wettstreit zwischen residenten Keimen, die natürlicherweise auf der Hautoberfläche vorhanden sind und pathogenen, krank machenden Keimen ermöglicht einen relativen Schutz gegen deren Ausbreitung. In der Dermis liegen die Blutgefäße sowie die Nervenfasern für Druck-, Berührungs-, Schmerz-, Temperatur- und Juckreize. Haarwurzeln, Talg- und Schweißdrüsen befinden sich ebenfalls hier. Sie ist ein Bindegewebe und besteht daher aus Zellen und einer umfangreichen extrazellulären Matrix.

Das sind Fasern, die in der Grundsubstanz liegen und von ihr umhüllt werden. Die Dermis ist ein ausgesprochenes Wasserreservoir. Sie kann je nach Bedarf des Organismus unterschiedliche Mengen an Wasser speichern, austauschen und zur Verfügung stellen. Die Subcutis besteht vor allem aus einer Form des Bindegewebes dem Fettgewebe. Sie hat an erster Stelle eine Stoffwechsel- funktion. Das Fettpolster bildet ein Reservoir an Nährstoffen und Energie für den Organismus. Die Adipozyten haben zwei Funktionen zu erfüllen: Sie speichern Lipide in Form von Triglyzeriden und sie liefern Fettsäuren bei Energiebedarf. Des Weiteren hat sie eine Formgebungsfunktion, denn das Subcutisfettgewebe modelliert die Gestalt eines Menschen je nach Alter, Geschlecht und Ernährungszustand. Durch die Fettpolster besteht ein mechanischer Schutz und eine Thermoregulation Hier verlaufen auch die größeren Blutgefäße und die dickeren Nerven. Das Unterhautfettgewebe ist darüber hinaus mit der Lederhaut der größte Wasserspeicher des Menschen, etwa ein Drittel der gesamten Flüssigkeit ist hier enthalten.

 

Bild: Creative Commons Lizenz »CC‑BY‑SA‑4.0« http://www.hegasy.de

 

Gabriele Biedermann

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